Scheiß auf Kameras – Perfekt fotografieren und filmen mit dem Smartphone

„Wer braucht schon eine sündhaft teure Spiegelreflexkamera, um großartige Fotos zu machen? Die Zukunft des Fotografierens steckt in jeder Hosen- oder Handtasche – das Smartphone! Fotografie mit dem Handy ist so viel mehr als »draufdrücken und fertig«. Clever eingesetzt macht es das Smartphone möglich, unglaubliche Ideen zu realisieren. Dieses Buch offenbart Techniken und Finessen, um mit dem Smartphone perfekte Bilder und Videos entstehen zu lassen.“

Ein schöner Text, der neugierig auf das Buch macht.

Im Schlusswort des Buches schreibt das Autorenduo: „Smartphones
sind für uns allgegenwärtig und obligatorisch geworden. Die integrierten Kameras sowieso. Sie sind für uns so was von selbstverständlich geworden, dass wir ihr Können gar nicht (mehr) bewusst wahrnehmen. Nach diesem Buch aber nehmt ihr sie mit einem ganz anderen Verständnis wahr. Die Komplexität von Smartphone-Kameras habt ihr nun verstanden und verinnerlicht.“

Wenn dies das Ziel des Buches war, dann hat das Buch sein Ziel erreicht. Es ist gut, verständlich und bunt – man könnte es sich auch als Sonderheft einer Kamerazeitschrift vorstellen.

Das einzige, was wirklich „Scheiß“ an dem Buch ist, ist meinem Empfinden nach der Buchtitel. Fäkalsprache hat in meinen Augen nichts in einem Buchtitel dieser Art zu suchen. Aber das haben der Verlag und die Autoren anders entschieden.

Sieht man davon ab, dann ist der Inhalt gut aufbereitet und versucht, einerseits fotografische Themen und Grundlagen und andererseits die Anwendung mit Smartphones und einigen Apps zu erklären.

Ich würde dieses Buch jedem als Einstieg in die Komplexität von Smartphone-Fotografie empfehlen, wenn der Titel nicht so „beschissen“ wäre.

Inhaltlich hat mir das Buch sehr gefallen, weil es nicht einfach ist, diese komplexen Sachverhalten auf einfache Art zu erklären.

Daher finde ich es dem Thema und den LeserInnen gegenüber falsch, statt einfacher Worte, die passen, schludrige Wörter, die locker wirken sollen, einzusetzen. Einerseits gibt es „Scheiß“ andererseits „obligatorisch“ oder „komplex“ oder „prädestiniert“. Es gibt überhaupt keine verbale Linie – entweder klare deutsche Wörter oder alles Fremdwörter oder Fachsprache. Welches Sprachniveau ist denn hier als Ziel angesetzt?

Fäkalsprache und Fremdwörter sind für mich eine „Scheiß“-Mischung.

Das hätte das Autorenduo sicher besser machen können und dadurch den Reiz am Buch so noch erhöht.

Wer mit diesem Stil nicht so zurechtkommt, sollte auf die Bücher von Ulrich Dorn oder Jana Mänz ausweichen, die auch als Ergänzung dienen können, weil sie jeweils völlig andere Aspekte diskutieren und vertiefen.

Zum Einstieg in die Fotografie insgesamt bieten sich aktuell neu die Foto Basics an.

Aber inhaltlich ist dieses Buch hier wirklich weder langweilig noch schlecht sondern einfach gut – mit Ausnahme des „Scheiß“.

AlexiBexi | Carolin Schwartau

Scheiß auf Kameras

Perfekt fotografieren und filmen mit dem Smartphone

ISBN: 978-3-7423-0899-3